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Frog Jumping - Numberphile

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From: numberphile
Duration: 08:39

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atoro
1 hour ago
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Mit GIFs Gebärdensprache lernen

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Seit 30 Jahren gibt es jetzt GIFs. Das heute vor allem animiert auftretende Dateiformat ist zum Bestandteil unserer Kommunikation geworden und begegnet uns täglich vor allem als unterhaltsame Bebilderung in sozialen Netzwerken und Messengern. Doch es muss nicht immer nur lustig sein: Die Plattform Giphy hat eine Sammlung von 2.000 bewegten Bildern zusammengestellt, die zum Kennenlernen der Gebärdensprache ASL einladen. Das schreibt das Zeit-Blog „Teilchen“:

Für die Bibliothek hat Giphy Videos aus der Serie Sign With Robert des US-Schauspielers und Pädagogen Robert DeMayo mit Untertiteln versehen und sie in Gifs konvertiert, sodass die Bilderfolgen in einem Loop ablaufen. Sie zeigen einzelne Wörter oder Sätze in der amerikanischen Gebärdensprache, genannt ASL, die sich dann einfach nachahmen lassen. Denn bei Gebärdensprachen sind einzelne Bewegungen besonders wichtig, die sich von Fotos nur schwer ablesen lassen. Die Gifs sollen hier Abhilfe schaffen.


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atoro
20 hours ago
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Nicht Fisch, nicht Fleisch

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Für „Bild“ ist Umweltministerin Barbara Hendricks heute „VERLIERER“ des Tages, aber nicht wegen irgendeines gescheiterten Klimagesetzes oder eines feinstaubschleudernden Dienstwagens, sondern wegen Fisch (beziehungsweise keinem Fisch):

Nun könnte man erstmal einwenden, dass Katholiken am Freitag nicht Fischkonsum, sondern Fleischverzicht vorgeschrieben ist. Fisch dient vielen „gläubigen Christen“ dann einfach als Fleischersatz. (Wo wir gerade bei den Gewinnern und Verlierern und kleinen Ungenauigkeiten sind, liebe „Bild“-Mitarbeiter: Eure Gewinnerin des Tages, Cressida Dick, habt ihr zehn Jahre zu jung gemacht.)

Die „Bild“-Kritik an Hendricks ist darüber hinaus aber auch noch ganz grundsätzlich falsch: Die Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums, ob nun Katholiken oder nicht, können heute durchaus Fisch essen. Sowohl in der Kantine des Ministeriums in Bonn …

… als auch in der Kantine in Berlin …

steht heute unter anderem Fisch auf dem Programm.

Den Schweinebraten und die Jägerpfanne, die „Bild“ erwähnt, gibt es im „Betriebsrestaurant Krausenstraße“ (gerade mal acht Gehminuten vom Axel-Springer-Hochchaus entfernt — dürfte also eine recht kurze Recherche gewesen sein). Dort gibt es tatsächlich auch keinen Fisch. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die offizielle Kantine des Umweltministeriums in Berlin. Die liegt in der Stresemannstraße. Mit Fisch auf dem Speiseplan.

Das Thema „Essen im Umweltministerium“ treibt „Bild“ schon seit einigen Tagen um. Es fing alles am vergangenen Samstag an. Da titelte das Blatt auf Seite 1:

Und auf Seite 2 schob die Redaktion hinterher:

„Bild“-Autor Franz Solms-Laubach schrieb zur „neuen Speiseanweisung für Gäste“:

Das dürfte vielen Gästen im Umweltministerium (BMUB) gar nicht schmecken: Ministerin Barbara Hendricks (64, SPD) verbannt Fisch und Fleisch vom Speiseplan!

In einer E-Mail an die Abteilungsleiter (liegt BILD vor), verschickt durch ihren Staatssekretär Jochen Flasbarth (54), heißt es: „Dienstleister/Caterer, die Veranstaltungen des BMUB beliefern, (…) verwenden weder Fisch oder Fischprodukte noch Fleisch oder aus Fleisch hergestellte Produkte.“

Das Thema eignete sich natürlich bestens für einen Kommentar. Und in dem legte Solms-Laubach (unter anderem bekannt durch die falschen 30 Prozent Polygamisten unter arabischstämmigen Männern in Berlin) so richtig los:

Die Umweltministerin hat für Gäste ihres Ministeriums ein Fleisch- und Fischverbot verhängt. Im Sinne einer Vorbildfunktion, wie sie mitteilen lässt.

Doch das Verbot ist in Wirklichkeit reine Bevormundung. Barbara Hendricks sagt, was gegessen wird — und was nicht. Als ob andere zu blöd dafür sind, das selbst zu entscheiden…

Was für eine Anmaßung!

Mit ihren neuen Speiseplan-Regeln liefert Hendricks ein weiteres Beispiel für die unnötige Gängelungswut von Politikern. Mit der Ernährung sollte es jeder halten wie mit der Religion: Sie ist Privatsache.

Schließlich käme auch niemand auf die Idee, der Umweltministerin vorzuschreiben, den ganzen Tag nur Fleisch zu essen.

Der Vergleich am Ende hinkt allein schon deswegen wie ein angeschossenes Suppenhuhn, weil die neue Regelung im Umweltministerium nur für offizielle Veranstaltungen gilt, nicht aber für das wochentägliche Essen in den Kantinen, wie „Bild“ ja auch inzwischen rausgefunden hat. Solms-Laubach schreibt zwar nur von den „Gästen ihres Ministeriums“, so richtig klar arbeitet er diese Einschränkung allerdings nicht raus: Es gibt und gab im Umweltministerium für Mitarbeiter und Gäste von Montag bis Freitag Fisch und Fleisch. Lediglich bei Fachtagungen oder Pressekonferenzen soll nur vegetarisches Essen serviert werden — was man dann auch nicht mehr als große „Anmaßung“ oder „Bevormundung“ oder „Gängelungswut“ bezeichnen kann, sonst wäre ja jeder Gastgeber bei jeder Veranstaltung mit festem Speiseplan ein anmaßender Bevormunder mit Gängelungswut.

Am vergangenen Montag gab es dann doch noch eine kleine Einordnung durch „Bild“:

Bei Bild.de ist der Text etwas länger. Diesen Platz nutzt Franz Solms-Laubach aber nicht etwa, um seine Aussagen vom Samstag zu revidieren, sondern um seine leicht missverständliche Einschätzung auf angebliche Kuriositäten im Ministerium zu schieben:

Der Veggie-Zwang für Gäste des Bundesumweltministeriums (BMUB) treibt immer kuriosere Stilblüten! Während Besucher nach dem Fisch- und Fleischverbot vegetarisch darben müssen, dürfen die Mitarbeiter der Kantine weiter Schweinebraten, Fischfilet und Co. essen.

Natürlich dürfen nicht nur „die Mitarbeiter der Kantine weiter Schweinebraten, Fischfilet und Co. essen“, sondern alle Mitarbeiter in der Kantine. Aber lassen wir das.

In der Zwischenzeit haben weitere Medien das vermeintliche Aufregerthema aufgegriffen. Manche von ihnen haben erwähnt, dass es in der Kantine noch immer Fisch und Fleisch gibt. Andere haben noch heftiger zugespitzt. tag24.de zum Beispiel:

Jetzt ist er da, der Veggie-Zwang! Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (64, SPD) will weder Fisch noch Fleisch in ihrem Haus. Seit Anfang Februar wird Gästen des Ministeriums deshalb nur noch vegetarisches serviert.

Doch zurück zu „Bild“: In ihrer großen Transparenz- und Fehlerkultur-Offensive haben Chefredakteurin Tanit Koch und Chefredakteur-Chef Julian Reichelt neulich verkündet:

Wir werden ein zusätzliches Team schaffen, das besonders sensible Geschichten aus Bereichen, in denen häufig „Fake News“ kursieren, über unsere normalen Prozesse hinaus noch ein weiteres Mal prüft und mit anderen vorhandenen Quellen abgleicht.

Fürs Erste würde es ja schon reichen, wenn sie Leute ranholen, die in der Lage sind, Speisepläne zu lesen.

Mit Dank an @RomanKonz für den Hinweis!

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atoro
1 day ago
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Location Reviews

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Google and Yelp keep deleting my scathing reviews of the Mariana Trench, the Chernobyl reactor core, the jet stream, and the equator.
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atoro
1 day ago
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Covarr
1 day ago
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It's a decent facility, but there's too much water. 7.8/10
Moses Lake, WA
hannahdraper
1 day ago
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See the world's highest-ranked trash dump on Yelp!

https://www.yelp.com/biz/fort-totten-trash-transfer-station-washington
Washington, DC
alt_text_bot
1 day ago
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Google and Yelp keep deleting my scathing reviews of the Mariana Trench, the Chernobyl reactor core, the jet stream, and the equator.
Lythimus
1 day ago
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One day Google will allow reviews of random GPS coordinates.
CaffieneKitty
1 day ago
"Nice rocks here."

02/22/17 PHD comic: 'Unread e-mails'

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Piled Higher & Deeper by Jorge Cham
www.phdcomics.com
Click on the title below to read the comic
title: "Unread e-mails" - originally published 2/22/2017

For the latest news in PHD Comics, CLICK HERE!

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atoro
1 day ago
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Kommentar zum Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: Doch nur „ein Ritual, das die Illusion einer Untersuchung erwecken soll“

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Der Geheimdienst-Untersuchungsausschuss ist vorbei. Also die öffentlichen Anhörungen. Jetzt wird noch der Abschlussbericht geschrieben. Das sind diese tausend Seiten, wegen denen man die ganze Arbeit ja eigentlich macht. Und die dann aber doch fast niemand liest.

Drei Jahre lang wurde ganz schön viel Aufwand betrieben: 131 mal tagte das Gremium, 66 mal öffentlich mit Sachverständigen und Zeugen. Wir haben alle live protokolliert, auf 5,6 Millionen Zeichen oder 3.700 Normseiten. Das ist 34 mal das Grundgesetz. Dafür haben wir 418 Stunden im Ausschuss-Saal verbracht. Das sind 16 volle Tage oder fast ein Vierteljahr Vollzeitarbeit. Ohne Pausen, Warten, Korrekturen, Vor- und Nachbereitung.

Eigentlich passiert all das, um die Snowden-Enthüllungen aufzuklären. Der Einsetzungsbeschluss des Ausschusses definiert den Untersuchungsauftrag in 31 zu beantwortenden Fragen. Die allererste: Überwachen die Geheimdienste der Five-Eyes-Staaten „Kommunikations- und Datenverarbeitungsvorgänge von, nach und in Deutschland“?

Aber trotz Gründungsanlass (Snowden-Enthüllungen) und Untersuchungsauftrag (Snowden-Enthüllungen) ging es im Ausschuss erstaunlich wenig um… die Snowden-Enthüllungen. Also darum, dass unsere digitale Welt komplettüberwacht wird.

Okay, mit William Binney, Thomas Drake und Brandon Bryant wurden drei Whistleblower aus den USA gehört, dazu ein paar Sachverständige aus NGOs und Zivilgesellschaft aus USA und Großbritannien. Aber der Ausschuss hat es nicht geschafft, auch nur einen einzigen Politiker oder Geheimdienstler der Five Eyes anzuhören. Zwar flog man selbst mal in die USA, hat aber schon vorher keine Erwartungen geäußert – völlig berechtigt, angesichts des kläglichen Ertrags. Und noch nicht mal die großspurig angekündigten Chefs der PRISM-Firmen haben sich genötigt gefühlt, die Einladung anzunehmen.

Natürlich liegt das daran, dass sich andere Länder nicht an deutsche Gesetze halten – was ja auch die Snowden-Enthüllungen gezeigt haben. Aber die Bundesregierung hat die Aufklärung auch nicht in dem Maße unterstützt, wie sie es könnte. Der Ausschuss durfte lediglich ein paar längst eingestellte und damit veraltete Operationen von BND und Five-Eyes-Diensten untersuchen: Eikonal in Frankfurt am Main und Glotaic in Hilden. Aber der Name „Glotaic“ durfte noch nicht einmal ausgesprochen werden, weil darin der Partner „CIA“ vorkommt. Genau wie die Operation „Monkeyshoulder“, die mit dem britischen GCHQ durchgeführt werden sollte. Die durfte überhaupt gar nicht erwähnt werden, sonst stellen die Briten die Zusammenarbeit ein und der Ausschuss ist Schuld an Terroranschlägen.

So kam es, dass es relativ wenig um die Five-Eyes-Staaten ging. Großbritannien war nur äußerst selten Thema. Und die Anzahl der Erwähnungen von Kanada, Australien oder Neuseeland lassen sich an einer Hand abzählen. Obwohl sie schon im letzten Geheimdienst-Skandal eine zentrale Rolle spielten. So viel zur Aufklärung der allumfassenden Five-Eyes-Überwachung.

Statt also den großen Fragen nachzugehen, verlor sich der Ausschuss in Details. So ging es viel darum, wann welcher Unterabteilungsleiter von welchem Selektor wusste und wem er das gemeldet hat oder warum nicht und ob jemand nun beim Meeting am 24. oder 28. Oktober 2013 dabei war oder nicht. Manchmal war es nicht verwunderlich, dass auf der Besuchertribüne oft nur ein Dutzend Menschen saßen und sich das angehört haben.

Ja, der Ausschuss hat dennoch einiges herausgefunden. Und zwar, dass auch der BND oft an die Grenzen des Gesetzes geht – und auch darüber hinaus. Manchmal durch äußerst gewagte und geheime Auslegungen des Rechts (Weltraum-Theorie, Funktionsträger-Theorie, Theorie des virtuellen Auslands…), manchmal durch offenen Rechtsbruch. Die Bundesdatenschutzbeauftragte hat 18 schwerwiegende Rechtsverstöße festgestellt – in einer einzigen Außenstelle.

Und das mit dem Ausspähen unter Freunden. Der BND hat 14 Millionen Selektoren von der NSA bekommen und ungeprüft seine Massenüberwachung nach diesen Abhör-Zielen durchsucht. Als der BND die nach Snowden mal überprüft hat, hat er 40.000 Abhör-Ziele zu Freunden gefunden. Die durfte dann Kurt Graulich als V-Mann der Bundesregierung einsehen. Der Ausschuss nicht, das haben Bundesregierung und Große Koalition verhindert.

Nach einem Beweisbeschluss der Opposition kamen nochmal „3.300 Teilnehmer mit rund 15.000 Telekommunikationsmerkmalen“ ans Licht, die „einen EU/NATO-Bezug aufweisen“ und die der BND selbst „gesteuert“ hat. Auf Deutsch: Auch der BND hat tausende Freunde in Deutschland und Europa abgehört, ganz ohne NSA.

Obwohl die konkreten Abhör-Opfer des BND ganz streng geheim sind, sind einige Beispiele bekannt geworden:

  • Deutschland: Botschaften im Ausland, Diplomat Hansjörg Haber
  • Frankreich: Außenminister Laurent Fabius
  • Israel: Parlament Knesset und Premierminister Benjamin Netanjahu
  • USA: Außenminister Hillary Clinton und John Kerry, FBI, Militärflugplatz der Air Force One bei Washington
  • Europa: „so ziemlich jede europäische Regierung – manchmal, wie in Österreich, bis hinunter zum Agrarministerium“
  • EU-Institutionen: „EU-Rat und seine Beamten“
  • Vereinte Nationen: Internationaler Währungsfonds IMF, Weltgesundheitsorganisation WHO, Kinderhilfswerk UNICEF, UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung
  • Internationale Organisationen: Internationaler Strafgerichtshof, Organisation erdölexportierender Länder OPEC, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE
  • Hilfsorganisationen: Rotes Kreuz, Oxfam, Welthungerhilfe
  • Wirtschaft: Banken, Rating-Agenturen
  • Unternehmen: Eurocopter, European Aeronautic Defence and Space EADS, Lockheed

Eine erdrückende Liste. Aber selbst das ist nur ein winziger Ausschnitt aus den tausenden Freunden, die der BND überwacht hat, bis er das selbst (!) beendet hat. Niemand weiß, wie viele Freunde der BND noch immer überwacht, weil er es für rechts- und auftragskonform hält. Weil niemand außerhalb des BND Einblick in die konkreten Überwachungs-Ziele „Selektoren“ hat. Ausspähen unter Freunden ist Alltag bei Geheimdiensten, auch in Deutschland.

„Die gesamte deutsche Auslandsaufklärung ist rechtswidrig“, begann der Ausschuss mit einem Knall. Dass der BND aktiv Recht und Gesetz bricht, sorgte drei Jahre nach Snowden nur noch für Achselzucken.

Und was ist die Konsequenz? Nicht etwa eine Anpassung der Praxis an das Gesetz, sondern eine Anpassung der Gesetze an die Praxis. Ein Jahr vor Ende des Ausschusses hat die Große Koalition eine Änderung des BND-Gesetzes beschlossen. Damit wird alles, was der BND macht, legalisiert – und sogar noch ausgeweitet.

Ein Beispiel: Vorher durfte der BND nur 20 Prozent einer einzelnen Leitung abhören – und nur im Ausland. Jetzt darf der BND hundert Prozent eines ganzen Anbieters abhören – auch in Deutschland. Also sämtliche Leitungen von Telekom und DE-CIX. Auf unsere Frage, ob damit das Ausmaß der Überwachung nicht erheblich ansteigt, antwortete die Große Koalition ernsthaft: „Ach, keine Sorge, der BND hat gar nicht genug Geld und Technik, das auch zu tun.“

Aber mehr Geld gibt es auch. Im Snowden-Jahr 2013 bekam der BND noch 531 Millionen Euro Steuergelder, dieses Jahr sind es schon 833 Millionen – eine Erhöhung um zwei Drittel. Ganze 300 Millionen Euro investiert er in eine „Strategische Initiative Technik“, ein Programm zur massiven Aufrüstung der Überwachungs-Technik.

„Historisch betrachtet sind alle größeren Geheimdienstaffären in der Bundesrepublik zugunsten der Dienste ausgegangen“, weiß der Geschichts-Professor Josef Foschepoth. Und auch dieses Mal wiederholt sich die Geschichte.

Und zwar als Farce. Ohne Edward Snowden hätte es den Ausschuss nicht gegeben. Logisch, dass alle Fraktionen gemeinsam beschlossen haben, ihn als ersten Zeugen einzuladen. Aber die Bundesregierung weigert sich, den Schlüssel-Zeugen nach Deutschland zu holen, aus politischer Feigheit vor einer Reaktion der USA. Und die Abgeordneten der Großen Koalition haben sich damit abgefunden.

Kein Wunder, dass dann auch Journalist Glenn Greenwald eine Einladung des Ausschusses ausgeschlagen hat. Seine Begründung passt auch heute noch als Fazit für den ganzen Aufwand:

Vor diesem Hintergrund bin ich nicht bereit, an einem Ritual teilzunehmen, das die Illusion einer Untersuchung erwecken soll, aber das den eigentlichen Auftrag hat, eine ernsthafte Untersuchung zu vermeiden, die deutsche Öffentlichkeit mit leerer Symbolik zu beschwichtigen und den Täter – die US-Regierung – bei Laune zu halten.


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atoro
2 days ago
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